Digital & QR-Code

Digitale oder gedruckte Speisekarte?

Runder Bistrotisch am Abend mit einer gedruckten Speisekarte, daneben ein Smartphone mit geöffneter digitaler Karte, ein Blumenglas und ein Windlicht

Für die meisten Lokale lautet die Antwort „beides“: Die digitale Karte ist schnell geändert und passt in jede Nachricht und jedes Profil, die gedruckte Karte funktioniert für jeden Gast, auch ohne Smartphone oder Empfang. Welche Form führt, hängt davon ab, wie oft sich Ihre Karte ändert, wer bei Ihnen isst und was Sie am Eingang aushängen müssen.

Dieser Beitrag vergleicht beide Formen, erklärt die Vorschriften zu Preisen und Allergenen, rechnet ein Beispiel durch und endet mit einer Checkliste für Ihr Lokal.

Beide Formen im Vergleich

Die Übersicht stellt die wichtigsten Unterschiede nebeneinander. Sie nimmt Ihnen die Entscheidung nicht ab, zeigt aber, wo jede Form ihre Stärken hat.

Digitale und gedruckte Speisekarte im Vergleich
KriteriumDigitale KarteGedruckte Karte
ÄnderungenIn Minuten erledigt, ohne DruckkostenNeuer Druck jeder betroffenen Karte
Gäste ohne SmartphoneNicht erreichbarFür alle lesbar
LesbarkeitSchrift vergrößerbar, Kategorien per Tipp erreichbarAbhängig von Schriftgröße und Licht am Tisch
TeilenLink für Nachrichten, Profile und WebsiteNur vor Ort oder als Foto
AllergeneKürzel am Gericht, Legende am EndeKürzel am Gericht, Legende am Ende
Aushang am EingangErsetzt ihn nichtAls Aushang verwendbar
AusfallrisikoAkku, Empfang und Technik der GästeGering, solange genug Karten da sind

Wann die digitale Karte passt

  • Häufige Änderungen: Saisongerichte, wechselnde Preise oder eine Tageskarte lassen sich digital ohne neuen Druck anpassen.
  • Teilen: Der Link passt in eine Nachricht, in Ihr Profil bei einem Kartendienst oder in einen Beitrag in sozialen Netzwerken. Gäste sehen die Karte, bevor sie kommen.
  • Lesbarkeit: Auf dem Smartphone lässt sich die Schrift vergrößern, und die Kategorien sind per Tipp erreichbar. Das hilft bei gedämpftem Licht am Abend.
  • Viel Inhalt: Beschreibungen, Hinweise und Kennzeichen wie „vegan“ oder „scharf“ brauchen digital keinen zusätzlichen Platz auf dem Papier.
  • Vorbestellung und Abholung: Wer telefonisch bestellt, hat die Karte auf dem eigenen Gerät vor Augen.

Wann Papier die bessere Wahl bleibt

  • Gäste ohne Smartphone oder ohne Lust, es am Tisch zu nutzen, brauchen eine Karte in der Hand.
  • Schlechter Empfang im Keller, im Biergarten oder auf Veranstaltungen macht eine nur digitale Karte unzuverlässig.
  • Atmosphäre: Eine gestaltete Karte ist Teil des Auftritts eines Lokals. Papier, Schrift und Format erzählen etwas über die Küche, bevor der erste Teller kommt.
  • Aushang und Außer-Haus-Verkauf: Am Schaufenster, am Tresen oder in der Tüte ist Papier am einfachsten.
  • Gruppen und Familien: Eine Karte, die über den Tisch gereicht wird, erleichtert das gemeinsame Bestellen.

Was die Vorschriften verlangen

Zwei Regelwerke betreffen die Form Ihrer Karte direkt: die Preisangabenverordnung für die Preise und das Lebensmittelinformationsrecht für die Allergene.

Preise

Wer in Gaststätten Speisen und Getränke anbietet, muss die Preise in einem Preisverzeichnis angeben. Es ist gut lesbar anzubringen, auf den Tischen auszulegen oder jedem Gast vor der Bestellung und auf Verlangen bei der Abrechnung vorzulegen. Zusätzlich gehört neben den Eingang ein Preisverzeichnis mit den wesentlichen Speisen und Getränken. Die Preise müssen das Bedienungsgeld und alle sonstigen Zuschläge einschließen.

Ob ein QR-Code auf dem Tisch als ausgelegtes Preisverzeichnis gilt, regelt die Verordnung nicht ausdrücklich. Die sichere Lösung ist deshalb eine Kombination: digitale Karte am Tisch, gedruckte Karten auf Nachfrage und ein gedruckter Aushang am Eingang.

Allergene

Die Angaben zu den 14 Allergen-Gruppen dürfen auf Speise- und Getränkekarten stehen, aber auch in einem elektronischen Informationsangebot, sofern es für Gäste unmittelbar und leicht zugänglich ist. In diesem Fall muss am Gericht oder in einem Aushang darauf hingewiesen werden, wie die Angaben bereitgestellt werden. Wie Sie Gericht für Gericht kennzeichnen, erklärt der Beitrag 14 Allergene auf der Speisekarte.

Rechenbeispiel: Was eine Preisänderung kostet

Die Zahlen sind frei gewählt, damit sich der Rechenweg nachvollziehen lässt. Setzen Sie für Ihren Betrieb die Preise Ihrer Druckerei ein.

Lokal mit 40 Plätzen, zwölf Tischen und vier Preisänderungen im Jahr

  • Gedruckte Karten je Auflage: 25 Stück zu 3,50 €87,50 €
  • Vier Auflagen im Jahr: 4 × 87,50 €350,00 €
  • QR-Aufsteller je Auflage: 12 Stück zu 1,50 €18,00 €
  • Vier Auflagen im Jahr, wenn der Code die Karte selbst enthält72,00 €
  • Aufsteller, die auf eine feste Adresse zeigen: einmal gedruckt18,00 €

Wer nur digital ändert, spart den Druck der Karten, muss aber bei jeder neuen Fassung die Aufsteller ersetzen, solange der Code die Karte selbst enthält. Zeigt der Code auf eine feste Adresse, bleibt der Aufsteller gültig, und es fallen nur einmal Druckkosten an. Gedruckte Karten für Gäste ohne Smartphone kommen in jedem Fall hinzu; dafür reicht oft eine kleinere Auflage als bei einer reinen Papierkarte.

Beides aus denselben Eingaben

Im Speisekarten-Werkzeug geben Sie Gerichte, Preise und Allergene einmal ein. Daraus entstehen die digitale Karte, ein QR-Code und eine Druckansicht im Format DIN A4, ein- oder zweispaltig, mit Legende. Sie pflegen also nicht zwei Fassungen von Hand, und Preise, Kürzel und Hinweise stimmen auf Papier und Bildschirm überein.

Liegt Ihre Karte bisher nur als Word-Datei, in einer E-Mail oder auf einer alten Website vor, übernehmen Sie den Text mit der Erkennung für vorhandene Karten, statt jedes Gericht neu einzutippen.

Was sich bei Änderungen ändert

Beim Werkzeug steckt die Karte im Link. Ändern Sie ein Gericht, entsteht ein neuer Link mit neuem QR-Code. Für eine Hauptkarte, die sich selten ändert, ist das unproblematisch: Sie drucken bei einer neuen Fassung neue Karten und Aufsteller.

Für Angebote, die sich wöchentlich ändern, ist ein gedruckter QR-Code dagegen unpraktisch. Hier lohnt sich eine feste Adresse, unter der die Karte immer aktuell steht, etwa auf einer Restaurant-Website. Ein QR-Code, der auf diese Adresse zeigt, muss bei Änderungen nicht neu gedruckt werden.

Notieren Sie auf jeder gedruckten Karte ein Stand-Datum, etwa „Stand: Oktober 2026“. So erkennen Sie und Ihr Team sofort, ob noch eine alte Fassung im Umlauf ist.

Eine einfache Entscheidungshilfe

  1. Ändert sich Ihre Karte höchstens ein- bis zweimal im Jahr? Dann genügen gedruckte Karten, ergänzt um die digitale Karte per QR-Code.
  2. Wechseln Preise oder Gerichte häufig? Dann planen Sie eine feste Adresse für die digitale Karte ein und drucken nur den Code dorthin.
  3. Haben Sie viele Gäste ohne Smartphone? Dann bleibt die gedruckte Karte die Hauptkarte.
  4. Verkaufen Sie außer Haus oder werben Sie in sozialen Netzwerken? Dann gehört die digitale Karte dazu, auch wenn am Tisch Papier liegt.

Checkliste: digitale und gedruckte Karte im Einklang

  • Preise, Gerichte und Allergene stehen in beiden Fassungen gleich.
  • Alle Preise sind Endpreise inklusive Umsatzsteuer, Bedienungsgeld und Zuschlägen.
  • Neben dem Eingang hängt ein Preisverzeichnis mit den wesentlichen Speisen und Getränken.
  • Für Gäste ohne Smartphone liegen gedruckte Karten bereit.
  • Die Legende erklärt alle verwendeten Kürzel, digital und gedruckt.
  • Jede gedruckte Karte trägt ein Stand-Datum.
  • Jeder gedruckte QR-Code wurde mit mindestens zwei Smartphones getestet.
  • Für häufige Änderungen ist eine feste Adresse für die digitale Karte eingeplant.

Häufige Fragen

Darf ich ausschließlich eine digitale Speisekarte anbieten?

Die Preisangabenverordnung verlangt ein Preisverzeichnis, das gut lesbar angebracht, auf den Tischen ausgelegt oder jedem Gast vor der Bestellung vorgelegt wird, und zusätzlich ein Preisverzeichnis neben dem Eingang (§ 13 PAngV, Stand: Oktober 2026). Ob ein QR-Code auf dem Tisch allein dafür genügt, sagt die Verordnung nicht ausdrücklich. Halten Sie deshalb gedruckte Karten für Gäste bereit, die danach fragen, und klären Sie Zweifelsfälle mit der zuständigen Behörde. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Brauche ich für die digitale Karte eine Anmeldung oder eine App?

Nein. Das Werkzeug auf der Startseite funktioniert ohne Konto, Ihr Entwurf bleibt im Speicher Ihres Browsers. Gäste öffnen die Karte über den QR-Code oder den Link im Browser; die meisten aktuellen Smartphones lesen QR-Codes direkt mit der Kamera-App.

Wann muss ich die gedruckte Karte erneuern?

Sobald sich ein Preis, ein Gericht oder eine Allergenangabe ändert. Gäste und Kontrollen gehen von den Angaben auf der Karte aus. Ein Stand-Datum auf jeder Karte hilft, alte Fassungen schnell zu finden und auszusortieren.

Kann ich die gedruckte Karte selbst drucken?

Ja. Die Druckansicht ist auf DIN A4 ausgelegt, wahlweise ein- oder zweispaltig. Im Druckdialog wählen Sie Ihren Drucker oder „Als PDF speichern“, wenn eine Druckerei die Datei übernehmen soll.

Wie kommen Gäste an die digitale Karte, bevor sie im Lokal sind?

Über den Link, den Sie in Nachrichten, Ihr Profil bei Kartendiensten oder in Beiträge setzen. Dauerhaft auffindbar ist die Karte, wenn sie unter einer festen Adresse auf einer Restaurant-Website steht.

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